Schul- und Unterrichtsentwicklung
Der Unterricht steht im Zentrum
QUIMS-Schulen entwickeln ihre Schule stetig und gemeinsam weiter. Sie erarbeiten dazu sogenannte QUIMS-Massnahmen, die allen Schülerinnen und Schülern zugutekommen. Ins Zentrum stellen sie die gemeinsame Weiterentwicklung des Unterrichts. Eine QUIMS-Massnahme ist dann erfolgreich, wenn sie im Unterricht der beteiligten Lehrpersonen ankommt und dazu beiträgt, das Lernen der Schüler und Schülerinnen zu verbessern.
Fokussierung
Die Schulen verorten ihre QUIMS-Massnahmen innerhalb der Handlungsfelder bzw. des aktuellen Schwerpunkts. In ihrer Arbeit folgen sie dem üblichen Zyklus der Schulentwicklung: Standortbestimmung – Zielformulierung – Planung der Massnahmen – Durchführung – Evaluation – Weiterentwicklung oder Implementierung. Sie orientieren ihre Massnahmen also konsequent an Zielen, die sie alljährlich überprüfen.
Arbeitsweise
Die Schulen nutzen für ihre Arbeit zu QUIMS bereits vorhandene Organisationsstrukturen und Arbeitsinstrumente. Als Unterstützung stehen ihnen verschiedene Planungsunterlagen des Kantons zur Verfügung. Deren Einsatz ist freiwillig. Besitzen die Schulen eigene Planungsinstrumente, verwenden sie diese.
An vielen Schulen steuert und begleitet eine Steuergruppe, die unabhängig von QUIMS besteht, auch die Arbeiten zu QUIMS. Andere Schulen setzen eigens für diese Arbeiten ein QUIMS-Team ein, das analoge Funktionen wahrnimmt. Zusätzlich wird an jeder Schule jemand als QUIMS-Beauftragte bzw. QUIMS-Beauftragter mandatiert. Diese Person ist – gemeinsam mit der Schullei-tung – verantwortlich für die Umsetzung von QUIMS an der eigenen Schule (vgl. Aufgaben und Rollen).
In der Regel ist der Prozess der Schul- und Unterrichtsentwicklung von schulinternen Weiterbildungen begleitet. QUIMS-Massnahmen, die sich in der Projektphase bewährt haben, werden im Schulbetrieb verankert.
Eine neue Projektsammlung mit konkreten Beispielen von gelungenen QUIMS-Massnahmen wird erarbeitet und voraussichtlich im Herbst 2026 verfügbar sein.
Die Einzelschule bestimmt die Entwicklung
QUIMS-Massnahmen versprechen dann Erfolg und Wirkung, wenn sich die einzelne Schule als verantwortliche Trägerin der Entwicklung versteht. Die Schule setzt nicht «von oben» verordnete Massnahmen um. Vielmehr geht sie von ihren lokalen Bedürfnissen und Gegebenheiten aus und legt ihre Massnahmen selbst fest. Sie konzipiert QUIMS zudem nicht als Parallelprogramm, sondern als integraler Teil ihrer Gesamtentwicklung und ihres Schulprogramms.
Interne Wissenssicherung
Alle Beteiligten müssen regelmässig über QUIMS informiert werden. In erster Linie gilt dies für die Schulkonferenz. Auf dem Laufenden zu halten sind zudem weitere Fachlehrpersonen, HSK-Lehrpersonen und das Betreuungspersonal. Die Schule regelt den Rhythmus und die Kanäle der Information. Sie legt auch fest, wie sie die Eltern in geeigneter Weise über die Ziele und Arbeiten zu QUIMS informiert.
Die Schulen dokumentieren ihre QUIMS-Massnahmen: Ziele, Vorgehen, Ergebnisse, Sicherungsziele für die Nachhaltigkeit, Erfahrungen bei der Entwicklung. Sinnvollerweise sammeln und pflegen sie auch die Adressen von beigezogenen externen Personen (interkulturelle Vermittlungspersonen, Referentinnen und Referenten usw.). Die Dokumentation dient verschiedenen Zwecken:
- Neu angestellte Lehrpersonen können leichter in die lokale QUIMS-Praxis eingeführt werden.
- Die Schullleitung und die QUIMS-Beauftragten sammeln ohne Zusatzaufwand die Daten, die sie für ihre regelmässige Rechenschaftslegung gegenüber dem Volksschulamt und der Schulpflege benötigen.
- Bei Weiterentwicklungen verfügt die Schule über Grundlagen, auf die sie in der Diskussion zurückgreifen kann.
Öffentlichkeitsarbeit
Viele Schulen informieren die lokale Bevölkerung regelmässig zu QUIMS, insbesondere zu besonders wichtigen Massnahmen oder Anlässen. Sie nutzen verschiedene Medien: schulisches Publikationsorgan, lokale Presse, lokales TV und Radio, Website der Schule etc.
Handlungsfelder
Aus den QUIMS-Leitideen zur Reduktion von Bildungsbenachteiligung werden drei Handlungsfelder abgeleitet: Förderung der Sprache, Förderung des Schulerfolgs und Förderung der Integration. Die QUIMS-Massnahmen der beteiligten Schulen bewegen sich innerhalb dieser Handlungsfelder.
Schwerpunkt A
Schreiben auf allen Schulstufen
2014–2018
Schwerpunkt B
Elterneinbezug im Kindergarten
2014–2018
Schwerpunkt C
Beurteilen und Fördern mit Fokus auf Sprache
2019–2026
Schwerpunkt D
Überfachliche Kompetenzen fördern
2027–2030
Handlungsfeld «Förderung der Sprache»
Die Schülerinnen und Schüler an QUIMS-Schulen bringen sehr unterschiedliche sprachliche Voraussetzungen mit. Sehr viele sind mehrsprachig. Entsprechend fokussieren die QUIMS-Massnahmen in diesem Handlungsfeld auf zwei Bereiche:
- Bildungssprache: Die Förderung der Bildungssprache findet für alle Schülerinnen und Schüler und in allen Fächern statt. Bildungssprache wird als Gegensatz zur Alltagssprache verstanden. Sie zeichnet sich durch eine höhere Abstraktion und stärkere Strukturiertheit aus. Bildungssprachlich kompetent sein bedeutet, Fachbegriffe und komplexe Satzstrukturen verstehen und anwenden zu können. Diese Kompetenzen sind grundlegend für das Lernen in allen Fächern.
- DaZ und nichtdeutsche Erstsprachen: Die Förderung der mehrsprachigen Schülerinnen und Schüler erfolgt zusätzlich im Unterricht in Deutsch als Zweitsprache (DaZ) und im Unterricht in Heimatliche Sprache und Kultur (HSK).
Deutsch als Zweitsprache (DaZ)
Förderung der Erstsprache (HSK)
Von 2014 bis 2018 haben die QUIMS-Schulen am Schwerpunkt «Schreibförderung auf allen Schulstufen» gearbeitet. Das QUIMS Wiki bietet dazu umfangreiche pädagogische Materialien und Hinweise.
Neben diesen pädagogischen Materialien stehen den Schulen die Qualitätsmerkmale zur Sprachförderung sowie die Handreichung Sprachförderung in der Schulprogrammarbeit zur Verfügung.
Qualitätsmerkmale zum Handlungsfeld «Sprachförderung»
HerunterladenHandreichung Sprachförderung in der Schulprogrammarbeit
HerunterladenHandlungsfeld «Förderung des Schulerfolgs»
Damit jemand an der Gesellschaft und Arbeitswelt teilhaben kann, ist ein Abschluss auf der Sekundarstufe II zentrale Voraussetzung. Viele Jugendliche erreichen dieses Ziel. Ein Teil von ihnen bleibt jedoch schlecht qualifiziert und findet keinen Zugang zu einer weiterführenden Ausbildung. Betroffen sind vor allem Jugendliche aus den unteren Sozialschichten oder aus zugewanderten Familien. Eine Benachteiligung aufgrund der sozialen Herkunft zeigt sich bereits im Kindergarten und auf allen weiteren Stufen der Volksschule. Es gelingt der Schule folglich nur unzureichend, das Prinzip der Bildungsgerechtigkeit zu gewährleisten. Deshalb sieht dieses Handlungsfeld Massnahmen in zwei Bereichen vor:
- Differenzierende Lernförderung: Die Lernförderung erfolgt differenziert und integrativ. Die Lehrpersonen verfolgen Strategien, um eine Verzerrung der Wahrnehmung und Beurtei-lung aufgrund der sozialen Herkunft zu vermeiden. Ein besonderes Gewicht legen sie auf ein formatives Beurteilen, das das Lernen fördert.
- Unterstützung der Stufenübergänge: Die Schule gestaltet und beobachtet die Zuteilungen zu den anschliessenden Schulstufen aktiv. Bei Laufbahnentscheiden kennt sie Strategien, wie sie Einflüsse der sozialen Herkunft möglichst ausschaltet.
Mit dem aktuellen QUIMS-Schwerpunkt «Beurteilen und Fördern, mit Fokus auf Sprache» vertiefen die QUIMS-Schulen wichtige Aspekte dieses Handlungsfeldes.
Es liegen spezifische Qualitätsmerkmale vor, die die Schulen bei der Förderung des Schulerfolgs unterstützen:
Qualitätsmerkmale zu den Handlungsfeldern «Förderung des Schulerfolgs» & «Förderung der Integration»
HerunterladenHandlungsfeld «Förderung der Integration»
In der Schule begegnen sich jeden Tag Menschen unterschiedlichster sozialer und kultureller Herkunft. Das Zusammenleben ist meist friedlich und die Zusammenarbeit konstruktiv. Allerdings kann es auch aufgrund der heterogenen Zusammensetzung zu Konflikten und Missverständnissen auf allen Seiten (Kinder, Eltern, Lehrpersonen, Schulleitung etc.) kommen. Die Schule fördert mit gezielten Strategien und durch klare Haltungen das respektvolle Zusammenleben und die Integration aller Beteiligten. Dabei entwickelt sie Massnahmen in drei Bereichen:
- Ankerkennung und Gleichstellung: Die Schule lebt eine Kultur der Anerkennung und Gleichstellung. Dazu gehören auch gemeinsam entwickelte Regeln und Rituale.
- Mitwirkung der Schülerinnen und Schüler: Die Schule fördert das demokratische Denken und Handeln, z.B. mit dem Konzept «Gerechte Schulgemeinschaft» (Just Community).
- Zusammenarbeit mit Eltern: Integrationsprozesse gelingen leichter, wenn Schule und Eltern gut zusammenarbeiten und die Eltern Gelegenheiten erhalten, sich einzubringen. Die Schule achtet darauf, dass bei den Einrichtungen zur Partizipation der Eltern alle grösseren Sprachgruppen vertreten sind. Sie bespricht mit den Eltern wesentliche Aspekte der Schule und des schulischen Lernens, beispielsweise in der Sprachförderung. Eventuell bietet sie zusammen mit externen Institutionen Kurse der Elternbildung an.
Es liegen spezifische Qualitätsmerkmale vor, die die Schulen bei der Förderung der Integration unterstützen.
Eine diskriminierungsfreie Kommunikation ist ein wesentliches Ziel in diesem Handlungsfeld. Der folgende Leitfaden erläutert die entsprechenden Regeln anhand von konkreten Beispielen.
Diskriminierungsfreie Kommunikation
HerunterladenEs liegen spezifische Qualitätsmerkmale vor, die die Schulen bei der Förderung des Schulerfolgs unterstützen:
Qualitätsmerkmale zu den Handlungsfeldern «Förderung des Schulerfolgs» & «Förderung der Integration»
HerunterladenFachliche Unterstützung
Die QUIMS-Schulen erhalten vom Kanton umfassende fachliche Unterstützung durch Beratungen, Weiterbildungen und regelmässige Veranstaltungen.
Die obligatorischen QUIMS Treffen im Frühling und Herbst dienen der fachlichen Vertiefung, der Programminformation und dem Austausch zwischen den Schulen.
Für neu ins Programm eintretende Personen bietet das jährliche Orientierungstreffen einen systematischen Überblick über die inhaltlichen und finanziellen Grundlagen von QUIMS.
Darüber hinaus stehen ein spezifischer CAS Lehrgang für QUIMS Beauftragte sowie massgeschneiderte schulinterne Weiterbildungen der PH Zürich und PH FHNW zur Verfügung, um Schul- und Unterrichtsentwicklung gezielt zu stärken.
Finanzielle Unterstützung
QUIMS-Schulen sind aufgrund ihrer Schülerzusammensetzung besonders gefordert. Deshalb erhalten sie zusätzliche finanzielle Unterstützung.
Gemäss den kantonalen Vorgaben verwenden QUIMS-Schulen die Finanzbeiträge für Massnahmen und Personalkosten. Massnahmen können sie nur finanzieren, wenn dazu Budgets und Projektpläne vorliegen. Die Projektpläne beschreiben Ziele, Umsetzung und Auswertung.
Detaillierte Informationen dazu finden sich unter Finanzen.